Roto: Ausgereifte Alternativen für den Trend der großflächigen Fenster und positive Geschäfte

RotoFenstergewichtUdo Pauly stellte während des 5. Internationalen Roto-Fachpressetages in Barcelona seine Analyse eines letztlich globalen Markttrends ab. Die anhaltende Tendenz zu größeren Glasflächen und höheren Flügelgewichten beruhe im Wesentlichen auf drei Ursachen: den politischen und gesetzlichen Vorgaben für mehr Energieeinsparung und Klimaschutz, der architektonischen Priorität transparenter, heller Lebensräume sowie dem zunehmenden Sicherheitsbedürfnis der Immobilienbesitzer. Für die Entwicklung zu immer schwereren Elementen sei in erster Linie die Verglasung verantwortlich. Pauly wies das am Beispiel eines 100 x 200 cm großen Flügels mit PVC-Profil nach. Infolge der Ablösung der bis 1977 üblichen Einfachverglasung zunächst durch die Zweifach-Verglasung und dann durch die Dreifach-Verglasung habe sich das reine Glasgewicht von 40 auf 80 kg erhöht. Dagegen sei das Rahmengewicht mit etwa 20 kg unverändert geblieben. Die sukzessive Verschiebung der Gewichtsklassen werde zudem durch Erhebungen der Roto-Marktforschung für Zentraleuropa dokumentiert. Danach beträgt der Marktanteil der bis 50 kg schweren Flügel heute 80 %, während er vor 10 Jahren noch bei 90 % lag. Im gleichen Zeitraum wuchsen die Quoten der Kategorien „50 bis 80 kg“ und „Über 80 kg“ von 9,5 auf 16 % bzw. von 0,5 auf 4 %. Speziell bei „großen schweren Fenstern“ (über 130 kg) erhöhe sich das Marktvolumen. Die Leistungsfähigkeit der Beschlagindustrie hänge entscheidend davon ab, wie sie die „besonderen Herausforderungen“ auf den Feldern „Bedienkomfort“ und „Windlasten/Dichtigkeit“ bewältige. Komfortrelevant sei zunächst, dass sowohl größere Flügel als auch der Sicherheitsaspekt zu mehr Verschlusspunkten und Schließteilen im Fenster führten. Höhere Gewichte wiederum belasteten das Gesamtsystem des Bauelementes beim Kippen und Drehöffnen „statisch wie dynamisch enorm“. Das entsprechende Roto-Portfolio biete Fensterherstellern „zahlreiche ausgereifte Alternativen“, um die ebenso konkreten wie beträchtlichen Kompetenz- und Wachstumschancen zu nutzen. ++++ Obwohl sich die Erholung der Weltwirtschaft 2011 fortsetzen dürfte, verläuft der Aufschwung keineswegs risikofrei. Deshalb stuft der Vorstand der Roto Frank AG das für das Unternehmen relevante internationale Marktumfeld per saldo als „unverändert schwierig“ ein. Die Bauzulieferer-Gruppe selbst meldet aber für 2010 eine „außerordentlich positive Firmenkonjunktur“ und geht davon aus, das Jahr mit einem zweistelligen Umsatzplus abzuschließen. Für die Division Fenster- und Türtechnologie meldete der Finanzvorstand per 30. September einen Anstieg der Verkaufserlöse um insgesamt 16 % gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode. Während das Deutschland-Geschäft danach um rund 5 % wuchs, betrage das Plus im Ausland etwa 20 %. Ein Beispiel für die „ausgeprägte Firmenkonjunktur“ sei Südeuropa. Der mit erneuten Marktanteilsgewinnen verbundene Erfolg ist nicht zuletzt auf eine „ausgezeichnete Lieferperformance“ zurückzuführen, hieß es während des 5. Internationalen Fachpressetages. Auch für 2011 zeigte sich das Management in Barcelona recht optimistisch. Für „übertrieben“ hält Dr. Eckhard Keill die teilweise euphorische Bewertung der Wirtschaftsbelebung in Deutschland. Das für 2010 erwartete Wachstum von 2 bis 3 % dürfe man nicht isoliert betrachten, denn das Bruttoinlandsprodukt sei 2009 um knapp 5 % gesunken. Außerdem erfasse der Aufschwung keineswegs alle Branchen. Wenn Deutschland derzeit zu den Konjunkturmotoren zumindest in Europa zähle, beruhe das einmal mehr primär auf der Exportdynamik. Mit Blick auf den europäischen Bausektor sieht sich der Roto-Chef in seiner bereits 2009 vertretenen Meinung bestätigt, dass die Branche mit am längsten unter der Krise leidet. Den jüngsten, für 19 Länder gültigen Euroconstruct-Berechnungen zufolge geht das europäische Bauvolumen 2010 mit –4 % zum dritten Mal hintereinander zurück. Dadurch erhöhe sich die gesamte Einbuße seit 2008 auf etwa 15 %. Der schärfste Einbruch stehe im Wohnungsneubau zu Buche. Das Unternehmen verzichtet bewusst auf generelle Marktprognosen. Keill: „Das Unsicherheitspotenzial ist viel zu groß. Wir können nur das fundiert bewer-ten und einschätzen, was wir selbst im Griff haben. Dazu gehört in erster Linie unser eigenes Leis-tungsvermögen.“
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