ift-Expertentag Kunststofffenster: Qualität in die Praxis umgesetzt

Am 21. und 22. März 2017 fand der zweite ift-Expertentag Kunststofffenster in Sendenhorst statt. Das ift Rosenheim und Gastgeber VEKA präsentierten erneut ein gelungenes Vortragsprogramm – ergänzt durch die Ausstellung mit Vorführungen an Prüfständen und Exponaten im Systemtechnikum. Die 90 Teilnehmer konnten bei einer Betriebsführung zudem den Weg vom Compound bis zur Auslieferung des fertigen Fensterprofils nachvollziehen.

Mit Beobachtungen im Rahmen von Sachverständigengutachten startete der erste Vortragsblock. Ingo Leuschner (ift Rosenheim) zog dabei das Fazit, dass die Fenster im Schnitt eine durchaus passable Qualität aufweisen. Allerdings häufen sich Ausreißer nach unten mit teilweise extremen Dimensionen (Bild 1). Mitbestimmend sind erhöhte technische Anforderungen sowie stark gestiegene Anforderungen der Bauherren.

Manuel Demel (ift Rosenheim) zeigte, dass Wissen aus dem vergangenen Jahrtausend aktueller denn je ist. Das Know-how zu Tauwasser in Scheibenzwischenräumen von Verbund- und Kastenfenstern und dessen Vermeidung muss nur auf die aktuellen hochwärmedämmenden Konstruktionen adaptiert werden. Fazit: Dauerhaft trübe Aussichten müssen nicht sein.

Qualität im freien Fall? – Nein, aber krasse Ausnahmen wie an diesem neuen Fenster häufen sich (Quelle: ift Rosenheim)

Georg Weng (VEKA AG) stellte klar, dass Absturzhemmung mehr bedeutet als nur Verbundsicherheitsglas einzusetzen. Alle Komponenten in der „Lastkette“ Glas – Glasanbindung – Profilsystem – Befestigungsmittel und Wand müssen die dynamischen Kräfte abtragen.

In zwei Beiträgen ging es um die Übertragbarkeit von Prüf­ergebnissen. Beim Schalldämmmaß können etwa geänderte Größen oder Öffnungsarten zu starken Abweichungen von den Sollwerten führen. Bernd Saß (ift Rosenheim) zeigte verschiedene Möglichkeiten auf, Prüfergebnisse nach DIN 4109 auf Fenster mit anderen Konstruktionsmerkmalen zu übertragen.

Ingo Leuschner berichtet über Kunststofffenster in der Sachverständigen-Praxis (Quelle: VEKA AG)

Auch einbruchhemmende Elemente weichen konstruktiv von den geprüften Probekörpern ab. Konrad Querengässer (ift Rosenheim) betonte daher eine notwendige Konstruktionsvielfalt. Nur eine ausreichende Bandbreite an geprüften Konstruktionen gibt dem Prüfer die Chance, die Ergebnisse zuverlässig auf andere Konstruktionsvarianten zu übertragen.

Beim Workshop am zweiten Tag kommentierten Georg Weng (VEKA AG), Knut Junge und Ingo Leuschner (beide ift) typische an die ift-Hotline herangetragene Problemstellungen. Ob Montage, Befestigung, knackende Fenster, Kopplungen auf der Baustelle – die Bandbreite der möglichen Fragen ist groß.

Interessante Exponate im Systemtechnikum von VEKA (Quelle: VEKA AG)

Mit Komfort und (Nutzungs-)Sicherheit befassten sich die letzten Vorträge. Knut Junge (ift Rosenheim) zeigte, dass die gesetzlich verankerte „Barrierefreiheit“ von Gebäuden in der Baupraxis angekommen ist. Nicht nur eine geringe Schwellenhöhe macht ein barrierefreies Bauelement aus. Auch Faktoren wie Bedienungsarten mit motorischem Antrieb sind mit der Barrierefreiheit verknüpft. Letzteres griff Andreas Schmidt (ift Rosenheim) auf. Auf Messen, in der Werbung – das komfortable, elektrifizierte Fenster hat es in das Bewusstsein der Bauherrn geschafft.

Die praxisnahe Veranstaltung bot neben Vorträgen, Workshops und Fachausstellung ausgiebig Raum für Fachgespräche. Auch die Betriebsführung durch Rohstoffanlieferung, Extrusion, Werkzeugbau und Lager der VEKA AG bot viele Anknüpfungspunkte.

Quelle: ift-Rosenheim