Neufassung der EU-Gebäuderichtlinie 2010 – EU will Anforderungen verschärfen

[inspic=426,left,,0]Eine erste europäische Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden – auch European Directive on the Energy Performance of Buildings (EPBD) genannt – trat bereits im Jahr 2003 für alle EU-Länder verbindlich in Kraft. Die Novellierung der Richtlinien wird bereits im Sommer dieses Jahres in Kraft treten und von den Mitgliedstaaten bis 2012 in nationales Recht umgesetzt werden können. Die einzelnen Punkte:

Mehr Öffentlichkeit für den Energieausweis: Die Novelle sieht vor, dass bei kommerziellen Verkaufs- und Vermietungsanzeigen auch der Energieausweis sowie die entsprechenden Kennwerte der Gebäudeeffizienz genannt werden. Nach Abschluss eines Kauf- oder Mietvertrages muss den Käufern bzw. Mietern der Energiepass ausgehändigt werden.

Maßnahmenpakete: Der Energieausweis muss künftig zwei Maßnahmenpakete beinhalten: Ein Paket enthält dabei konkrete Maßnahmen für eine umfassende Sanierung, das andere Vorschläge für einzelne Bauteile, die unabhängig von einer umfangreichen Sanierung durchgeführt werden können. Zusätzlich sollen Hinweise über nächste Schritte zur Umsetzung der Maßnahmen gegeben werden.

Qualitätssicherung: Alle Mitgliedstaaten müssen ein unabhängiges Kontrollsystem implementieren, das zudem Stichproben bei bereits ausgestellten Energieausweisen beinhaltet.

Experten für den Energieausweis: Die Mitgliedstaaten müssen sicherstellen, dass die Energieausweise von Experten ausgestellt werden. Darüber hinaus soll jedes europäische Land eine regelmäßig aktualisierte Liste von Energieausweisausstellern der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Aushangspflicht: Zukünftig muss der Energieausweis in allen öffentlichen Gebäuden ausgehängt werden, sofern diese größer als 500 m2 sind und starken Publikumsverkehr haben. Ab spätestens 2015 gilt dies auch für öffentliche Gebäude ab 250 m2.

Fast-Nullenergiehäuser werden Standard: Ab 2020 dürfen alle Neubauten in der EU für Heizung, Lüftung und Kühlung fast keine Energie mehr benötigen („nearly zero energy buildings“). Neubauten von Behörden müssen diesen Standards schon ab 2019 entsprechen. Ausnahmen können nur gemacht werden, wenn Maßnahmen ökonomisch oder technisch als nicht sinnvoll erachtet werden.

1000 m2 Grenze bei Sanierung fällt: Werden Gebäude einer umfassenden Sanierung unterzogen, müssen alle Gebäude (vorher nur Gebäude über 1000 m2) oder Gebäudeteile energetische Mindestanforderungen erfüllen. Mit der EnEV 2007 wird diese Anforderung in Deutschland jedoch längst erfüllt.

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