Roto: Programm „DoorSafe 600“ und Marktanalyse

RotoLogoWer sich intensiv mit Trends, Materialien, Techniken und Volumina internationaler Außentüren-Märkte befasst, stößt trotz einiger Gemeinsamkeiten letztlich auf mehr oder minder große Unterschiede. Dieses Resümee zieht Roto aus umfangreichen eigenen Analysen.  Anlass dafür war, wie das Unternehmen meldet, die Entwicklung einer komplett neuen Schlossgeneration.

Das seit August 2011 weltweit eingeführte Programm „DoorSafe 600“ sorgt dafür, dass der Hersteller nun über das „kompletteste türtechnische Sortiment aus einer Hand“ verfügt. Die Mehrfachverriegelungs-Systeme für Eingangs-, Flucht- und Paniktüren setzen, wie es heißt, in puncto Sicherheit, (Energie-)Effizienz und Komfort besondere Maßstäbe. Das beruhe primär auf der Kombinationsverriegelung aus Bolzen und „Kraftkeil“.

Folgende Pluspunkte hebt Roto besonders hervor:

  • Qualität: Für das gesamte Sortiment gilt eine 10-jährige Funktionsgarantie.
  • Leichtgängigkeit: Die optimierte Kraftübertragung von Zylinder oder Drücker auf die Verriegelung ermöglicht eine leichte Bedienung.
  • Sicherheit: Die Schlösser sind schon nach einer Schlüsselumdrehung rückdruckgesichert. Zudem lassen sich in vollständig verriegeltem Zustand modellabhängig sogar WK3-Anforderungen erfüllen.
  • Einbruchschutz-Extras: Stabile Sicherheitsschließstücke und Bandsicherungen mit zwei Bolzen machen „Langfinger & Co.“ das Leben noch schwerer.
  • Einsatzvielfalt: Zylinder- und drückerbetätigte Schlösser gibt es schon ab Dornmaß 25 mm.
  • Geräuschdämmung: Eine Flüsterfalle bewirkt das beinahe lautlose Schließen der Tür.
  • Individualität: Dank modular koppelbarer Zusatzverriegelungen sind Türhöhen bis zu drei Meter realisierbar – bei uneingeschränkter Dichtheit der Türelemente.
  • Sonderlösungen: Stulpen und Schließstücke aus gebürstetem Edelstahl wurden speziell für Aluminiumtüren entwickelt. Ebenfalls im Portfolio: Schlösser für Paniktüren (nach DIN EN 1125) und Notausgänge (nach DIN EN 179).
  • Korrosionsbeständigkeit: Die serienmäßige Ausrüstung mit der umwelttoxikologisch, hygienisch und gesundheitlich unbedenklichen „RotoSil Nano“-Oberfläche übertrifft das „Normen-Muss“ erheblich.
  • Farbvarianten: Pulverbeschichtete Beschlagteile in jedem RAL-Ton erlauben individuelle Gestaltungskonzepte.

Herzstück des neuen Sortimentes ist eine Kombinationsverriegelung. Die mit einem Bolzen sowie einem neun Millimeter breiten und damit gegenwärtig stärksten am Markt verfügbaren „Kraftkeil“ ausgestattete Innovation gewährleiste Sicherheit, Effizienz und Komfort gleichermaßen. Das Funktionsprinzip: Beim Verriegeln zieht zunächst der Keil an, bevor der Bolzen folgt. Daraus resultiere ein hoher Anpressdruck, der auf Dauer für „extreme“ Dichtigkeit sorge und dem Verziehen der Tür vorbeuge. Aber auch leicht verzogene Türen schließen damit immer noch zuverlässig, unterstreicht der Produzent.

Für die Marktpartner sei die „DoorSafe 600“-Palette aber auch noch aus anderen Gründen eine „gute Alternative“. So profitierten Türenhersteller von der gemeinsamen Konstruktionsbasis aller zylinder- und drückerbetätigten Schlösser. Zusätzlich gehörten zu der „intelligenten Plattformstrategie“ die flexible Wahl der Ver­riegelungsarten durch das einheitliche Fräsmaß, die Fallenumstellung von der Stulpseite und Durchbrüche für die einfache Rosetten­befestigung.

Generell gliedert sich die Türtechnik-Palette des Bauzulieferers in vier Segmente. Während „DoorBase“ für Einsteckschlösser stehe, bündele das breit gefächerte „DoorSafe“-Portfolio u. a. mechanische, mechanisch-automatische und elektromechanische Mehrfachverriegelungen, E-Öffner und Rahmenteile. Hinter „DoorLine“ verberge sich ein bedarfsgerechtes Türband-Repertoire, und „DoorPlus“ schließlich vereine Zubehörelemente wie Türschwellen, Boden-Türdichtungen, Drückergarnituren und Profilzylinder. Zur lückenlosen „Hardware“ komme eine professionelle „Software“.

Europa transparent(er) gemacht. Die Untersuchung relevanter Märkte bezeichnet der Produzent als „ebenso unverzichtbare wie schwierige Basisarbeit“. Da Europa_Marktvolumenpraktisch keine verlässlichen amtlichen oder sonstigen Statistiken und Erhebungen vorlägen, sei man überwiegend auf eigene Recherchen angewiesen. Den Berechnungen zufolge repräsentieren allein die europäischen Kernmärkte bei Außentür-Beschlägen (inkl. Aluminium) ein Gesamtvolumen von gut 600 Mio. Euro. Die für einzelne Regionen ermittelten Werte beruhen, wie es heißt, auf der Annahme, dass pro Tür die drei Komponenten Schlösser, Bänder und Schwellen eingesetzt werden. Das entspreche in Europa einer jährlichen Menge von 10 bis 14 Mio. Türen.

Für die internationalen Eingangs- und Haustürenmärkte erwartet Roto unter dem Strich tendenziell ein „leichtes Wachstum“. Hinter dieser Gesamtprognose verberge sich indes eine starke Spreizung. Während man es einerseits mit „Problemländern“ wie Spanien, Portugal, Griechenland und Großbritannien zu tun habe, schlage andererseits der Erholungs- bzw. Aufwärtstrend in Osteuropa bzw. in Russland und China positiv zu Buche.

Vier im Vergleich. Neben der reinen Volumenbetrachtung gehe es aber auch in besonderem Maße um Erkenntnisse über länderspezifische Materialien und Techniken, Kundenanforderungen und Markttendenzen. Die häufig „sehr unterschiedlichen Gegebenheiten“ machen die Beschlagexperten an vier europäischen Beispielen fest. Die Kurzporträts im Überblick:

Deutschland: Relativ konstant bleiben die Anteile der Rahmenmaterialien (derzeit jeweils ein Drittel Alu und PVC, 25 % Holz und 10 % „Sonstige“ wie Holz/Alu-Kombinationen). Die Profilqualität etwa durch thermische Trennung bei Alu-Profilen und tiefere Profile mit mehr Kammern steigt. Das bisher meist auf Fenster beschränkte U-Wert-Thema erhält künftig auch bei Türen eine größere Bedeutung. Erkennbare Trends: schwerere, höhere und „elegantere“  (verdeckte Beschläge) Türen mit hoher Einbruchschutz-Funktion; wachsende Beliebtheit von „Komfortschlössern“ (automatische Verriegelungen, elektromechanische Varianten). In Deutschland dominieren zylinderbetätigte Schlösser.

Italien: Bei den Materialien liegen Holz (45 %) und Alu (40 %) fast gleichauf; dahinter folgt PVC mit ca. 15 %. Zu registrieren ist eine Konzentration auf das „Billigsegment“ (eher Alu) und den hochwertigen Sektor (eher Holz). Generell tendiert der Markt zu hochwertigen Lösungen bei Tür und Beschlag, zu höheren und schwereren Türen sowie zur Designorientierung durch verdeckte Beschläge. Doppelflügeltüren bleiben eine italienische Besonderheit. Ebenfalls im Aufwind: Komfort und Sicherheit. Die Schlösser werden zu 100 % zylinderbetätigt.

Großbritannien: Bei den Materialien überwiegen mit jeweils 35 % PVC und „Composite“-Türen (PVC-Rahmen und Flügel aus einer Mischung von Fiberglas, Holz und Stahl). Alu und Holz bringen es auf jeweils rund 15 %. Die wichtigsten Trends: ständig wachsende „Composite“-Quote, auch normenbedingt steigende Nachfrage nach energieeffizienten, schwereren Türen mit Dreifach-Verglasung, bis zu drei Meter hohe, damit schwerere und über die gesamte Höhe dichtzuhaltende Holztüren. Drückerbetätigte Schlösser sind die Regel.

Ungarn: Bei den Rahmenmaterialien ist PVC mit 55 % die Nummer 1 vor Holz (35 %) und Alu (10 %). Den Markt beherrschen das „Billigsegment“ bei Nebeneingangs-Türen (PVC-Profile, E-Zapfenschlösser) und der zunehmende „Mittelsektor“ mit guter Qualität und z. B. Zwei-Bolzen-Schlössern. Das Sicherheitsdenken der Endkunden bestimmt den Kauf von Haustüren mit Mehrfachverriegelungen und den Einbau von Schlössern mit Zusatzsperren. In Ungarn gibt es zu etwa 90 % einen „drückerbetätigten“ Markt.

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